Das Zeitalter der Tierzucht ohne Antibiotika

Das Jahr 2020 markiert den Wendepunkt zwischen dem Antibiotika-Zeitalter und dem Zeitalter der Resistenzfreiheit. Gemäß Bekanntmachung Nr. 194 des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Gebiete werden wachstumsfördernde Arzneimittel in Futtermitteln ab dem 1. Juli 2020 verboten. In der Tierzucht ist die Einführung von antiviralen Futtermitteln und Zuchtprogrammen dringend erforderlich und zeitgemäß. Aus Entwicklungssicht ist die Abschaffung von Resistenzen im Futter, die Reduzierung von Resistenzen in der Zucht und die Vermeidung von Resistenzen in Lebensmitteln ein unausweichlicher Trend.

Kaliumschweine

Im Zuge der weltweiten Entwicklung der Tierhaltung und der Herstellung tierischer Produkte fällt auf, dass europäische und amerikanische Länder tierische Produkte je nach Haltungsform unterschiedlich bewerten. So wurden beispielsweise 2019 auf dem US-Markt Eier in zwei Kategorien unterteilt: Eier aus Freilandhaltung mit Auslauf (18 Stück für 4,99 US-Dollar) und Bio-Freilandeier (12 Eier für 4,99 US-Dollar).

Nicht-antibiotikaUnter tierischen Produkten versteht man tierische Produkte wie Fleisch, Eier und Milch, die keine Antibiotika enthalten, d. h. bei denen keine Antibiotika nachweisbar sind.

Nicht-antibiotikaTierische Produkte lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen solche, bei denen die Tiere in der Aufzuchtphase Antibiotika erhalten haben und die Wartezeit vor der Vermarktung ausreichend lang ist, sodass in den Endprodukten keine Antibiotika nachweisbar sind (sogenannte antibiotikafreie Tierprodukte); zum anderen solche, die vollständig antibiotikafrei hergestellt werden (Antibiotikafreiheit im gesamten Produktionsprozess). Dies bedeutet, dass die Tiere während ihres gesamten Lebenszyklus weder mit Antibiotika in Kontakt kommen noch diese erhalten. Dadurch wird sichergestellt, dass weder die Futterumgebung noch das Trinkwasser mit Antibiotika belastet sind und dass während Transport, Produktion, Verarbeitung und Vertrieb keine Antibiotikarückstände in den Tierprodukten vorhanden sind.

Systemstrategie der Nutztier- und Geflügelzucht ohne Antibiotika

Die antibiotikafreie Tierhaltung ist ein System aus Technik und Management, das Technologie und Management vereint. Sie lässt sich nicht durch eine einzelne Technologie oder Ersatzprodukte realisieren. Das technische System basiert im Wesentlichen auf Aspekten wie Biosicherheit, Futterernährung, Darmgesundheit und Fütterungsmanagement.

  • Technologien zur Krankheitsbekämpfung

Den Hauptproblemen bei der Prävention und Bekämpfung von Tierkrankheiten in der nicht resistenten Tierhaltung sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Angesichts der bestehenden Probleme sollten entsprechende Verbesserungsmaßnahmen ergriffen werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Optimierung der Seuchenprävention, der Auswahl hochwertiger Impfstoffe und der Stärkung bestimmter Impfstoffe entsprechend der Seuchenlage im Zuchtgebiet und dessen Umgebung, um Immunitätsdefizite zu vermeiden.

  • Umfassende Technologie zur Kontrolle der Darmgesundheit

Der Begriff „umfassend“ bezieht sich auf die Darmgewebestruktur, die Darmflora, das Gleichgewicht der Immun- und Entzündungsfunktionen sowie den Abbau von Darmtoxinen und anderen Faktoren, die die Darmgesundheit beeinflussen. Die Darmgesundheit und Immunfunktion von Nutz- und Geflügeltieren bilden die Grundlage für die Tiergesundheit. Funktionelle Probiotika, deren Wirksamkeit durch wissenschaftliche Daten belegt ist, können die spezifische Wirkung von Darmpathogenen oder schädlichen Bakterien hemmen. Beispiele hierfür sind Lactobacillus bacteriophagus CGMCC Nr. 2994, Bacillus subtilis lfb112 sowie entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Peptide, Immun-Detoxifizierungs-Peptide, Ganoderma lucidum-Immun-Glykopeptide, funktionelles Fermentationsfutter (fermentiert mit funktionellen Bakterien) und chinesische Kräuter- oder Pflanzenextrakte, Säuerungsmittel, Toxin-Adsorptionsmittel usw.

  • Technologie zur Zubereitung leicht verdaulicher und absorbierbarer Futtermittel.

Ernährung ohne AntibiotikaEs werden höhere Anforderungen an die Futtermitteltechnologie gestellt. Das Verbot von Futtermittelresistenzen bedeutet nicht, dass Futtermittelhersteller lediglich auf Antibiotika verzichten müssen. Vielmehr stehen sie vor neuen Herausforderungen. Sie müssen nicht nur auf Antibiotika im Futter verzichten, sondern auch sicherstellen, dass das Futter eine gewisse krankheitsvorbeugende und -resistente Funktion besitzt. Dies erfordert eine sorgfältige Auswahl der Rohstoffqualität, eine optimierte Fermentation und Vorverdauung der Rohstoffe. Der Anteil an löslichen Ballaststoffen, verdaulichen Fetten und Stärke sollte erhöht und der Anteil an Weizen, Gerste und Hafer reduziert werden. Zudem sollten verdauliche Aminosäuren dem Futter beigemischt und Probiotika (insbesondere Clostridium butyricum, Bacillus coagulans usw., die die Temperatur- und Druckbedingungen der Granulierung tolerieren) sowie Säuerungsmittel, Enzyme und andere Ersatzprodukte optimal genutzt werden.

 Antibiotika-Substitution

  • Fütterungsmanagementtechnologie

Die Futterdichte sollte angemessen reduziert, für gute Belüftung gesorgt und die Polstermaterialien regelmäßig überprüft werden, um das Wachstum von Kokzidiose, Schimmelpilzen und schädlichen Bakterien zu verhindern. Die Konzentration schädlicher Gase (NH3, H2S, Indol, Fäkalien usw.) im Vieh- und Geflügelstall sollte kontrolliert und die Temperatur für die Fütterungsphase geeignet sein.


Veröffentlichungsdatum: 31. Mai 2021