Futtermittelzusatzstoff: Tributyrin
Inhalt: 95 %, 90 %
Tributyrin als Futterzusatzstoff zur Verbesserung der Darmgesundheit bei Geflügel.
Der schrittweise Verzicht auf Antibiotika als Wachstumsförderer in Geflügelfutterrezepturen hat das Interesse an alternativen Ernährungsstrategien verstärkt, sowohl zur Steigerung der Geflügelleistung als auch zum Schutz vor pathologischen Störungen.
Minimierung der Beschwerden bei Dysbakteriose
Um Dysbakteriosen vorzubeugen, werden Futterzusätze wie Probiotika und Präbiotika beigemischt, um die Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs), insbesondere von Buttersäure, zu beeinflussen. Buttersäure spielt eine zentrale Rolle beim Schutz der Darmgesundheit. Sie ist eine natürlich vorkommende SCFA mit vielfältigen positiven Wirkungen, wie ihrer entzündungshemmenden Wirkung, der Beschleunigung der Darmregeneration und der Förderung der Darmzottenentwicklung. Buttersäure wirkt auf einzigartige Weise der Infektionsprävention durch die Synthese von Wirtsabwehrpeptiden (HDPs), auch bekannt als antimikrobielle Peptide. Diese sind wichtige Bestandteile der angeborenen Immunität und besitzen ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum gegen Bakterien, Pilze, Parasiten und behüllte Viren, gegen die Krankheitserreger nur schwer Resistenzen entwickeln können. Defensine (AvBD9 & AvBD14) und Cathelicidine sind die beiden Hauptfamilien der HDPs (Goitsuka et al.; Lynn et al.; Ganz et al.), die in Geflügel vorkommen und deren Expression durch Buttersäure-Supplementierung gesteigert wird. In einer Studie von Sunkara et al. induzierte die exogene Verabreichung von Buttersäure einen deutlichen Anstieg der HDP-Genexpression und verbesserte dadurch die Krankheitsresistenz von Hühnern. Interessanterweise zeigten moderate und LCFAs nur einen geringen Effekt.
Gesundheitliche Vorteile von Tributyrin
Tributyrin ist eine Vorstufe der Buttersäure, die durch Veresterung eine höhere Konzentration an Buttersäuremolekülen direkt in den Dünndarm transportiert. Dadurch sind die Konzentrationen zwei- bis dreimal höher als bei herkömmlichen beschichteten Produkten. Durch die Veresterung werden drei Buttersäuremoleküle an Glycerin gebunden, das nur durch die körpereigene Pankreaslipase gespalten werden kann.
Li et al. führten eine immunologische Studie durch, um die positiven Effekte von Tributyrin auf proinflammatorische Zytokine bei Broilern nach LPS-Gabe (Lipopolysaccharid) zu untersuchen. Die Anwendung von LPS ist in Studien wie dieser als entzündungsfördernd bekannt, da es Entzündungsmarker wie Interleukine (IL) aktiviert. An den Tagen 22, 24 und 26 der Studie erhielten die Broiler intraperitoneal entweder 500 μg/kg Körpergewicht LPS oder Kochsalzlösung. Die Futterergänzung mit 500 mg/kg Tributyrin hemmte den Anstieg von IL-1β und IL-6, was darauf hindeutet, dass die Supplementierung die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine reduzieren und somit Darmentzündungen minimieren kann.
Zusammenfassung
Angesichts der eingeschränkten oder vollständigen Verbote bestimmter antibiotischer Wachstumsförderer als Futterzusatzstoffe müssen neue Strategien zur Verbesserung und zum Schutz der Gesundheit von Nutztieren erforscht werden. Die Darmgesundheit spielt eine wichtige Rolle als Schnittstelle zwischen teuren Futtermittelrohstoffen und der Wachstumsförderung bei Broilern. Insbesondere Buttersäure gilt als wirksamer Förderer der Magen-Darm-Gesundheit und wird bereits seit über 20 Jahren in Tierfutter eingesetzt. Tributyrind gibt Buttersäure im Dünndarm ab und wirkt sich sehr effektiv auf die Darmgesundheit aus, indem es die Darmregeneration beschleunigt, eine optimale Zottenentwicklung fördert und die Immunreaktionen im Darmtrakt moduliert.
Da Antibiotika nun schrittweise aus dem Einsatz genommen werden, ist Buttersäure ein hervorragendes Mittel, um die Industrie dabei zu unterstützen, die negativen Auswirkungen der Dysbakteriose zu reduzieren, die infolge dieser Umstellung vermehrt auftritt.
Veröffentlichungsdatum: 04.03.2021
