Aufgrund von Problemen wie Antibiotikarückständen und Antibiotikaresistenzen werden verschiedene Antibiotika in der Geflügelproduktion weltweit schrittweise verboten. Tributyrin stellt eine potenzielle Alternative zu Antibiotika dar. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie deuten darauf hin, dass Tributyrin die Wachstumsleistung von gelbgefiederten Broilern durch die Modulation biochemischer Blutparameter und der Zusammensetzung der Blinddarmflora verbessern kann. Unseres Wissens haben bisher nur wenige Studien die Auswirkungen von Tributyrin auf die Darmmikrobiota und deren Zusammenhang mit der Wachstumsleistung von Broilern untersucht. Dies liefert eine wissenschaftliche Grundlage für die Anwendung von Tributyrin in der Tierhaltung im postantibiotischen Zeitalter.
Buttersäure entsteht im Darmlumen von Tieren durch bakterielle Fermentation unverdauter Kohlenhydrate aus der Nahrung und körpereigener Proteine. 90 % dieser Buttersäure werden von den Epithelzellen des Blinddarms (Kolonozyten) verstoffwechselt und haben vielfältige positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit.
Freie Buttersäure hat jedoch einen unangenehmen Geruch und ist in der Praxis schwierig zu handhaben. Zudem wurde gezeigt, dass freie Buttersäure größtenteils im oberen Verdauungstrakt resorbiert wird, sodass der größte Teil nicht den Dickdarm erreicht, wo sie ihre Hauptfunktion entfalten würde.
Daher wurde kommerzielles Natriumbutyrat-Salz entwickelt, um die Handhabung zu erleichtern und die Freisetzung von Buttersäure im oberen Magen-Darm-Trakt zu verhindern.

Tributyrin besteht aus Buttersäure und Monobutyrin. Im oberen Gastrointestinaltrakt wird Tributyrin in Buttersäure und α-Monobutyrin hydrolysiert, im Enddarm ist jedoch α-Monobutyrin das Hauptmolekül, welches mehr Energie liefert, das Muskelwachstum fördert und die Kapillarentwicklung für einen besseren Nährstofftransport unterstützt.
Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die mit der Darmgesundheit von Hühnern in Verbindung stehen, darunter:
- Durchfall
- Malabsorptionssyndrom
- Kokzidiose
- nekrotische Enteritis
Die Zugabe von Tributyrin wird häufig zur Bekämpfung von Darmerkrankungen und letztendlich zur Verbesserung der Darmgesundheit von Hühnern eingesetzt.
Bei Legehennen kann es die Kalziumaufnahme, insbesondere bei älteren Legehennen, verbessern und die Eierschalenqualität steigern.
Bei Ferkeln ist die Entwöhnungsphase eine kritische Periode, da sie mit starkem Stress verbunden ist, der durch den Wechsel von flüssiger zu fester Nahrung, die veränderte Umgebung und die Vermischung mit neuen Stallgenossen entsteht.
In einem kürzlich von uns in Rivalea durchgeführten Ferkelversuch konnte eindeutig gezeigt werden, dass die Zugabe von 2,5 kg Tributyrin/MT zum Futter nach dem Absetzen über 35 Tage die Gewichtszunahme um 5 % und die Futterverwertung um 3 Punkte verbesserte.

Tributyrin kann auch in Milch als Ersatz für Vollmilch verwendet werden und gleicht teilweise die negativen Auswirkungen von Milchersatzprodukten auf die Pansenentwicklung aus.
Veröffentlichungsdatum: 25. Mai 2023