Calciumpropionat | Verbessert Stoffwechselerkrankungen bei Wiederkäuern, lindert Milchfieber bei Milchkühen und steigert die Milchleistung

Was ist Calciumpropionat?

Calciumpropionat ist ein synthetisches organisches Säuresalz mit starker bakterien- und schimmelhemmender Wirkung sowie sterilisierenden Eigenschaften. Es ist in unserem Land als Futtermittelzusatzstoff zugelassen und für alle Nutztiere geeignet. Als organisches Säuresalz dient Calciumpropionat nicht nur als Konservierungsmittel, sondern wird auch häufig als Säuerungsmittel und funktioneller Nährstoffzusatz im Futter eingesetzt und trägt aktiv zur Verbesserung der Tierproduktion bei. Insbesondere Wiederkäuern liefert Calciumpropionat Propionsäure und Calcium, unterstützt den Stoffwechsel, lindert Stoffwechselerkrankungen und fördert die Produktionsleistung.

Ein Mangel an Propionsäure und Kalzium bei Kühen nach dem Kalben kann leicht zu Milchfieber führen, was wiederum die Milchproduktion und die Futteraufnahme verringert. Milchfieber, auch bekannt als postpartale Paralyse, wird hauptsächlich durch einen starken Abfall des Kalziumspiegels im Blut von Milchkühen nach der Geburt verursacht. Es handelt sich um eine häufige ernährungsbedingte Stoffwechselerkrankung bei Kühen im perinatalen Zeitraum. Die direkte Ursache liegt darin, dass die Kalziumaufnahme im Darm und die Mobilisierung von Kalzium aus den Knochen den Kalziumverlust zu Beginn der Laktation nicht rechtzeitig ausgleichen können. Dadurch gelangt vermehrt Kalzium aus dem Blut in die Milch, was zu einem Abfall des Blutkalziumspiegels und schließlich zur postpartalen Paralyse bei den Milchkühen führt. Die Häufigkeit von Milchfieber steigt mit zunehmender Anzahl der Laktationen und der Laktationsleistung.

Sowohl klinisches als auch subklinisches Milchfieber kann die Milchleistung von Milchkühen mindern, das Auftreten anderer postpartaler Erkrankungen erhöhen, die Reproduktionsleistung beeinträchtigen und die Mortalitätsrate steigern. Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Milchfieber ist die Verbesserung der Kalziummobilisierung im Knochen und der Kalziumabsorption im Magen-Darm-Trakt durch verschiedene Maßnahmen von der Perinatalperiode bis zum Kalben. Gängige Methoden zur Reduzierung des Milchfieber-Auftretens sind eine kalziumarme und anionische Ernährung in der frühen Perinatalperiode (die zu saurem Blut und Urin führt) sowie eine Kalziumsupplementierung nach dem Kalben.

 

Calciumpropionat

Die Pathogenese des Milchfiebers:

Eine ausgewachsene Kuh enthält etwa 10 kg Kalzium, wovon über 98 % in den Knochen und ein geringerer Anteil im Blut und anderen Geweben gespeichert ist. Appetit und Verdauungsfunktion der Kühe sind vor und nach der Kalbung reduziert, und auch die Laktation führt zu einem erheblichen Kalziumverlust im Blut. Können Kühe nicht rechtzeitig Kalzium zu sich nehmen und den Kalziumstoffwechsel ausgleichen, sinkt der Kalziumspiegel im Blut.

Das Auftreten von Milchfieber bei Milchkühen ist nicht zwangsläufig auf eine unzureichende Kalziumzufuhr im Futter zurückzuführen, sondern kann dadurch bedingt sein, dass sich die Kühe während des Kalbens nicht schnell genug an den erhöhten Kalziumbedarf anpassen (wodurch Kalzium aus den Knochen ins Blut freigesetzt wird). Dies liegt hauptsächlich an einem hohen Natrium- und Kaliumgehalt im Futter, einem Mangel an Magnesiumionen und anderen Faktoren. Darüber hinaus beeinträchtigt ein hoher Phosphorgehalt im Futter die Kalziumaufnahme und führt zu einem niedrigen Blutkalziumspiegel. Unabhängig von der Ursache lässt sich ein zu niedriger Blutkalziumspiegel jedoch durch eine Kalziumsupplementierung nach der Kalbung verbessern.

 Schimmelhemmer
Symptome und Gefahren des Milchfiebers:

Laktationsfieber ist gekennzeichnet durch Hypokalzämie, Seitenlage, Bewusstseinstrübung, Wiederkäuereinstellung und schließlich Koma. Die durch Hypokalzämie verursachte postpartale Lähmung der Kühe erhöht das Risiko von Erkrankungen wie Gebärmutterentzündung, Ketose, Fötusretention, Magenverlagerung und Gebärmuttervorfall, was die Milchproduktion und Nutzungsdauer der Milchkühe verringert und somit die Sterblichkeitsrate der Milchkühe stark erhöht.

Handlung vonCalciumpropionat:

Calciumpropionat kann im Körper von Wiederkäuern zu Propionsäure und Calciumionen hydrolysiert werden. Propionsäure ist eine wichtige flüchtige Fettsäure im Kohlenhydratstoffwechsel von Wiederkäuern. Die Propionsäure im Pansen wird von den Pansenepithelzellen aufgenommen, und 2–5 % werden in Milchsäure umgewandelt. Der Hauptstoffwechselweg der restlichen Propionsäure, die über die Pfortader in die Leber gelangt, ist die Glucosebildung durch Gluconeogenese oder die Oxidation im Citratzyklus zur Energiegewinnung. Calciumpropionat liefert nicht nur Propionsäure als Energiequelle, sondern ergänzt auch den Calciumbedarf von Kühen. Die Supplementierung von Calciumpropionat im Futter von Milchkühen kann Milchfieber und Ketose wirksam lindern.

 

 


Veröffentlichungsdatum: 11. September 2024